Angela Waltner Referenzen
Referenzen

Zwei Gitarren von Angela Waltner aus dem Jahr 2015 - eine mit Fichten-, die zweite mit Zederndecke - haben mich sehr ĂŒberrascht. Beide besitzen Eigenschaften, welche Gitarren in dieser Deutlichkeit schon lange hĂ€tten haben sollen. Fichtendecken bieten meines Erachtens schon immer den schöneren klanglich-dynamischen Reichtum. So ist das Instrument mit Fichtendecke Thema.

Auf allen bekannten Streich-, Blas-, oder Tasteninstrumenten bilden LautstĂ€rke und Klangfarbe einen natĂŒrlichen gemeinsamen Katalog. In tiefen Lagen neigen sie zu Weichheit und weniger IntensitĂ€t, in hohen Lagen werden sie agiler und intensiver, bis zu durchdringender Helligkeit. Alle diese Instrumente verfĂŒgen zumindest in der Meisterklasse ĂŒber eine Konstruktion, welche schon lange den fließenden Übergang zwischen beiden Polen garantiert. Nicht so bei der Gitarre. Als eines unserer bekanntesten Ärgernisse kennen wir, dass auch bei Meistergitarren ĂŒber dem 12. Bund der Klang nicht den Zuwachs an IntensitĂ€t wie bei genannten Instrumenten erfĂ€hrt, sondern eher verliert - in vielen FĂ€llen sogar deutlich. Die Art der Verbindung von Griffbrett und Decke kann einschrĂ€nken. Der Spieler muss unnatĂŒrlich Kraft aufwenden, ohne dass er das adĂ€quate Ergebnis bekommt - auch psychologisch ein Problem. Ausgenommen hiervon sind z. B. Gitarren von H. Hauser I., der bekanntermaßen bereits vor 100 Jahren einige Wunder vollbracht hat. Seine Instrumente setzen auch in den höchsten Tönen die Energie um.

Die Gitarre von Angela Waltner verblĂŒfft nun gleich in mehreren Aspekten massiv. Das Instrument hat weder doppelte Böden noch Decken oder erscheint in der Konstruktion sichtbar trickreich innovativ. Dennoch ist seine Klangkraft außergewöhnlich. FĂŒr eine normale LautstĂ€rke reicht ein Drittel des Maximums dieser Gitarre völlig aus. Damit fĂŒhrt der geringe Kraftaufwand in der AusgangslautstĂ€rke völlig natĂŒrlich zu einem stark formbaren Ausgangsklang. Dieser fĂŒllt sorglos einen Kammersaal. Gleichzeitig gibt es damit unbekannt viel dynamischen Spielraum nach oben. Es ist eine Freude, die Möglichkeit zu besitzen, in jeder Lage (!) mit 2/3 Reserve ein ĂŒberraschendes Forte zu spielen, welches auch noch entsprechenden klanglichen IntensitĂ€tszuwachs besitzt. Die Sensation liegt auch darin, dass auf allen Saiten die Entwicklung vom 1. bis zum 20. Bund vollendet organisch zum Intensiveren stattfindet - je höher, je strahlender. Auch als Spieler fĂŒhlt man eindeutig, wie die Anschlagsenergie ohne den geringsten Bruch bis zum höchsten Ton in Klang umgesetzt wird. Angela Waltner ist es ganz klar gelungen, dem energetischen Gesamtkonzept der Gitarre die gleiche Vollendung zu geben, wie wir sie von heutigen Orchesterinstrumenten kennen. Ein sehr bedeutender und bisher nicht gekannter Schritt!

Die vielen „untergeordneten“ Kriterien, wie Ausgeglichenheit der Register, Ansprache der Klangfarben, Leichtigkeit von Bindungen, etc. genĂŒgen höchsten AnsprĂŒchen, was heute zu unserem GlĂŒck im Gitarrenbau kein Einzelfall ist. Sehr viel seltener ist, dass aktivere Schwingungsbereiche wie bei Instrumenten von H. Hauser I. auf der Decke wandern und Leben im Klang erzeugen. Auch Leersaiten klingen mit diesem bemerkenswerten Effekt lebendig, können vollendet organisch in Phrasen eingebunden werden. Es gilt die Empfehlung, die Gitarre von AW einem direkten Klangvergleich mit HH I. zu unterziehen. Tradition ist erkennbar, bei grundlegend unterscheidbaren Charakteren. Mein grĂ¶ĂŸtes Kompliment lautet: Beide stehen stark und souverĂ€n nebeneinander.
Prof. Frank Hill, ZĂŒhlsdorf b. Berlin; April 2016


Sie arbeitet mit einer wirklich vollendeten Technik aber ihre Instrumente sind bei weitem nicht nur das: Sie klingen: rein und klar. Sie haben nicht, was ich nicht ausstehen kann, einen Schönheitsfilter eingebaut. Eher ist es eine ideale VerstÀrkung der Saite, vollkommen neutral. Der Musiker hat damit die Chance seine Tonvorstellung zu realisieren. Bravo Angela!
Carlo Domeniconi, Greiffenberg


FĂŒr mich als Konzertmusiker ist die Gitarre von Angela Waltner das ideale Instrument. Mit ihrem sehr schönen Klang lĂ€sst sie eine Vielfalt von Klangfarben und Dynamikabstufungen zu. Ihr voluminöser Klang trĂ€gt auch in großen KonzertsĂ€len und behĂ€lt dabei immer ihre Klarheit und ihre Ausgeglichenheit. Diese Gitarre bietet mir die besten Voraussetzungen, um auf hohem Niveau Musik machen und darbieten zu können.
Nirse Gonzalez, DĂŒsseldorf


Angelas Gitarren bieten außerordentliche Möglichkeiten. Sie fordern regelrecht zur Suche nach neuen klanglichen und dynamischen Grenzen heraus, was eine enorme Bereicherung fĂŒr die musikalische Arbeit ist. Diese Instrumente sind fĂŒr den Musiker beinahe wie eine TĂŒr zur inneren Klangvorstellung, die man nun dem Zuhörer ganz unmittelbar und in vielen Facetten prĂ€sentieren kann.
Jan Erler (Heinrich Albert Duo), Hannover


Was erwartet ein KĂŒnstler von seinem Instrument?
Er erwartet einen großen Ton, ein breites Klangfarbenspektrum, eine schnelle Ansprache, eine große dynamische Bandbreite und ein Instrument, das diese Eigenschaften zu jeder Zeit sofort zur VerfĂŒgung stellt.
Die Gitarren von Angela Waltner erfĂŒllen diese Eigenschaften in jeder Beziehung. FĂŒr mich war es eine Offenbarung, zum ersten Mal eine Gitarre spielen zu dĂŒrfen, die es mir ermöglicht, in jedem LautstĂ€rkebereich an die Grenzen zu gehen und diese zu ĂŒberschreiten. Grenzen, die man als Gitarrist bisher als unĂŒberwindbar hielt. Dabei verlieren Angelas Gitarren nie ihre Tonschönheit.
Joachim Schrader (Heinrich Albert Duo), Hannover


As for the guitar it...is fantastic. It is very complex in its sound and very strong. Congratulations on a great design. I want you to know that I am very pleased and I believe you will be a very important luthier in the future.
Orlando Roman, Baltimore (USA)


This guitar is beautiful in every way! It's lovely to look at: so elegant, and the workmanship is perfect. The sound is just wonderful -- so round and rich! It was quite a new experience for me to play on such a good instrument. Instead of struggling to make music, I feel as though the music is already there, and my job is to let it out with as little distortion as possible. I know that you put a lot of effort and care into making this instrument, but please know that it will bring me great pleasure for years and years. Thank you so much!
Cheryl Kariya, Washington D.C. (USA)



Ich lernte die damalige Absolventin Angela Waltner und ihre Instrumente im Zusammenhang mit meiner SeminartÀtigkeit Ende der neunziger Jahre an der FH Markneukirchen kennen.
AugenfĂ€llig war schon damals die akustische und handwerkliche QualitĂ€t ihrer Instrumente. Außerdem bewunderte ich ihre KĂŒhnheit insofern, als sie u.a. ohne EinschrĂ€nkungen in besonders treffender Weise die neue Intonationsregulierung FABS (Free Adjustable Bridge Saddle) mit großem Erfolg verwendete. Das war damals wegen zahlreicher nicht fundierter Bedenken noch eine Pioniertat.

Inzwischen konnten meine Freunde und ich Angela Waltners Gitarren in einer Reihe unterschiedlicher Konzertveranstaltungen solistisch und kammermusikalisch mit großem kĂŒnstlerischem Erfolg erleben. Die Strahlkraft einiger ihrer Instrumente war trotz ihrer SensibilitĂ€t so groß, dass mehrmals im Publikum die Frage nach einer verdeckten „EdelverstĂ€rkung“ der Gitarre aufgeworfen wurde.

Wie mir der aus Venezuela stammende Waltner-Spieler Nirse Gonzales - erster PreistrĂ€ger im Tarrega-Wettbewerb in Benicasim 2006 - berichtete, trat das gleiche PhĂ€nomen sogar beim dortigen Abschlusskonzert auf, bei Rodrigos Concerto de Aranjuez mit großem Orchester.

Eine Waltnergitarre stand auch beim Klangpotenzialprojekt 2004 in Köln zur VerfĂŒgung. Dieses wurde durchgefĂŒhrt vom ISIGL und dem Sounddesign-Unternehmen Synothek aus Geyer/Erzgebirge (GrĂŒnder und GeschĂ€ftsfĂŒhrer ist der Psychoakustiker Dr. Freidrich Blutner) eingebunden war auch die Toningenieursausbildung an der Musikhochschule und Fachhochschule DĂŒsseldorf. Diese Gitarre erwies sich sogar im hĂ€rtesten Wettbewerb gegen ausgewiesene Eliteinstrumente, angefangen bei der weltberĂŒhmten Torres „La Leona“ bis zur Friedrich, als eines der kĂŒnstlerisch interessantesten und leistungsfĂ€higsten Instrumente.

Wir verfolgen im ISIGL den weiteren persönlichen und beruflichen Lebensweg von Angela Waltner mit besonderem Interesse. Ihre Instrumente gehören meiner Ansicht nach im Konzertsaal - aber nicht nur dort - zum kĂŒnstlerisch Interessantesten, was die klassische Gitarristik heute weltweit zu bieten hat.

Meine Bewunderung gilt, neben der Klanggestaltung und der aufgrund besonderer Maßnahmen extrem guten Spielbarkeit ihrer edlen Instrumente auch dem ganz persönlichen, hoch stehenden, zeitlosen, die VolkstĂŒmlichkeit ĂŒberwindenden Design ihrer Instrumente. Dies gilt insbesondere der Stegkonstruktion, ganz besonders aber dem rĂ€umlich ausgearbeiteten neuen Waltnerkopf. Karl Sandvoss, Ber. Ing., Doz. A. D. Vorstand ISIGL (Institute of Stringed Instruments Guitar & Lute e.V.), DĂŒsseldorf: