Angela Waltner
Die Berliner Gitarrenbauerin widmet sich mit einer besonderer Hingabe dem Klang. Seit 2002 entstehen in ihrer Werkstatt in Prenzlauer Berg traditionelle Konzertgitarren, die weltweite Wertschätzung erfahren.
Aufgewachsen in Oberstaufen im Allgäu, prägte das Spiel auf der Zither ihre Vorliebe für einen hellen, obertonreichen Ton – ein Charaktermerkmal, das auch ihre Gitarren auszeichnet.
Nach der Ausbildung zur Zupfinstrumentenmacherin an der Staatlichen Geigenbauschule Mittenwald (1992–1995) folgten Restaurierungsarbeiten für die Schweizer Geigen- und Gitarrenbauwerkstatt Kuno Schaub und ein Studium des Musikinstrumentenbaus in Markneukirchen (1997–2001). Die vielfältigen Impulse, die von dieser Zeit ausgingen, legten den Grundstein für die weitere Entwicklung ihrer Konzertgitarren. Besonders prägte sie die intensive Beschäftigung mit dem deutschen Gitarrenbau des frühen 20. Jahrhunderts.
2001 legte sie die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Chemnitz ab, 2002 gründete sie ihre eigene Werkstatt in Berlin. Seither widmet sie sich dem Bau von Konzertgitarren, die sie im Dialog mit hochrangigen Musikerinnen und Musikern kontinuierlich weiterentwickelt.

Einen vertieften Zugang zum Gitarrenklang erlangte sie durch Instrumentalunterricht bei Prof. Frank Hill (2011–2016) sowie durch ein anschließendes Masterstudium in Akustik und Technologie des Musikinstrumentenbaus in Markneukirchen (2016–2017). Das Ziel war die wissenschaftliche Erforschung klangrelevanter Fragen zu Korpusschwingungen und zur Tragfähigkeit von Gitarren.
2019 entstand in Zusammenarbeit mit der Entwicklungsabteilung des spanischen Herstellers Alhambra eine kleine Gitarrenserie unter ihrer künstlerischen Leitung. 2023 war sie Jurymitglied beim 1. Internationalen Gitarrenbauwettbewerb in Daegu (Südkorea).
